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The clean solution

Hinter jeder Maske steckt ein Mensch

Im Interview: Silvio

Ob Bison-Jagd in South Dakota oder Besuch bei Kaiser Barbarossa – Spaß macht’s Silvio erst auf vier Rädern. Der hilfsbereite Feuerwehrmann freut sich über motivierten Nachwuchs bei der Jugendfeuerwehr – und über Gummibärchen.

Silvio was hast du letztes Wochenende unternommen?
Ich war mit meiner Frau und unserem zehnjährigen Sohn Quad fahren. Wir sind durch das Gelände rund um Apolda gecruist und haben die Natur genossen.

Wie bist du zum Quadfahren gekommen?
Mit 21 war ich mit einigen Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Apolda in South Dakota in den USA. Wir haben unsere Partnerfeuerwehr in Rapid City besucht. Einmal haben wir mit dem Quad einen Ausflug zum Mount Rushmore gemacht. Dort sind vier US-Präsidenten in den Fels geschlagen. Es war beeindruckend das in echt zu sehen. Bei einem späteren Besuch konnte ich zusammen mit meiner Frau Monique und mit Aiden – er war damals sechs – den Buffalo Roundup beobachten. Das ist eine Art amerikanischer Almabtrieb. Da werden Bisons mit Pickups, Quads und Cowboys auf Pferden zusammengetrieben. Einige Bullen werden versteigert, die Muttertiere mit ihren Jungen wieder freigelassen. Das ist ein echtes Spektakel. Adrenalin pur. Seitdem ich das erste Mal auf einem Quad saß, bin ich Fan und habe mir dann in Deutschland auch eins gekauft.

Deine Frau und deinen Sohn hast du mit deinen Hobbys Quadfahren und Feuerwehr auch „angesteckt“?!
Aiden ist nicht mein leiblicher Sohn. Er war 2,5 Jahre als Monique und ich zusammenkamen. Ein halbes Jahr später hat er Papa zu mir gesagt. Seitdem er drei ist, wuselt er mit einem Minischlauch herum und spielt Feuerwehr. Als er mit sechs endlich zu den Bambinis in die Jugendfeuerwehr durfte, war er mächtig stolz auf seine Uniform. Heute ist er zehn und hat immer noch viel Spaß bei den Übungen mit den anderen Kindern. Meine Frau arbeitet in Schichten. Seitdem sie bei uns in der Freiwilligen Feuerwehr Apolda ist, sehen wir uns dort zeitweise mehr als zuhause. Die Feuerwehr und das Quadfahren haben es uns einfach angetan.

Silvio, wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, bei welcher Jahreszahl würdest du anhalten?
Ich würde die Zeit zurückdrehen, bis ich 15-16 Jahre alt bin. Mit dem Wissen von heute würde ich dann ein paar Sachen anders machen.

Das klingt nach einer verpassten Gelegenheit, über die du dich heute noch ärgerst.
Ja, nach meiner Lehre wollte ich einfach nur arbeiten, anstatt weiter zu lernen und einen höheren Abschluss anzustreben. Meinen Meister habe ich als angestellter Maurer vor drei Jahren neben dem Job gemacht. Das war anstrengend. Aber ich habe es innerhalb eines Jahres durchgezogen und heute bin ich mit einer Baufirma selbständig.

Hast du Vorbilder?
Meine Eltern. Von ihnen habe ich gelernt, dass es immer einen Weg gibt und dass man alles schaffen kann, wenn man sich anstrengt. Mein Vater hat mir handwerklich viel beigebracht. Bei ihm bin ich in die Lehre gegangen und habe Maurer gelernt. Heute haben wir die Rollen getauscht und er ist bei mir angestellt.

Und das funktioniert gut?
Auf Arbeit verstehen wir uns gut. Zu Hause gibt’s öfters mal Unstimmigkeiten. Meine Eltern wohnen bei uns im Haus. Für sie habe ich eine Wohnung ausgebaut. So gebe ich ihnen wieder etwas zurück. Sie sollen später einmal mehr von ihrer Rente haben.

Welche Geschichte aus deiner Kindheit erzählen deine Eltern bis heute über dich?
Als Kind hatte meine Mutter mal einen Kuchen gebacken und ihn zum Abkühlen aufs Fensterbrett gestellt. Ich war neugierig und hatte mich beim Anfassen so erschrocken, dass das heiße Blech samt Inhalt auf der Straße landete. Beim Vorbeigehen hatte ein Nachbar gefragt, ob er uns den Kaffee dazu vorbeibringen solle. Meine Mutter nahm alles mit Humor.

Worauf freust du dich, wenn du von der Arbeit heimkommst?
Darauf meine Frau zu sehen, wenn sie nicht gerade Spätschicht hat! Und etwas mit Aiden zu machen. Er ist zehn und wir basteln oder bauen oft etwas im Hof. Als wir das Haus ausgebaut haben, habe ich ihm gezeigt, wie man Steckdosenkabel verputzt. Er soll etwas lernen, mit anpacken und am Ende stolz auf seine eigne Arbeit sein können. So wie das mein Vater mit mir und meinem älteren Bruder gemacht hat.

„In den Gerätehäusern muss noch viel getan werden. Die Schwarz-Weiß-Trennung ist oft aus Platzmangel nicht gegeben. Wir versuchen uns so gut es geht zu schützen. Keiner von uns will später mal an Feuerkrebs erkranken.“


Was würdest du bei der Freiwilligen Feuerwehr gern verpflichtend einführen?
Ich würde mich freuen, wenn wir bei der Freiwilligen Feuerwehrmehr Anerkennung bekommen würden, für unsere Arbeit. Mittlerweile ist es gang und gäbe, dass uns Leute einen Vogel zeigen, wenn wir eine Straße absperren. Von der Stadt wäre es eine echte Anerkennung, wenn wir Fitnessstudio oder Freibad gratis nutzen könnten anstatt kostenlos mit dem Bus fahren oder ins Museum zu können. Im Jahr fahren wir zu ungefähr 300 Einsätzen. Da ist alles dabei: Brände, Unfälle, Tragedienste, Fehlalarme, Katze vom Baum holen oder eine Entenfamilie retten.

Eine Entenfamilie retten?
Ja einmal waren neun Mann von uns eine Stunde beschäftigt, um eine Ente mit ihren Jungen aus einem halbvollen Pool zu fischen. Die Kleinen hatten es nicht allein rausgeschafft. Unser Aufgabenspektrum wächst von Jahr zu Jahr. Wir werden gerufen, um Ölspuren auf Landstraßen zu entfernen oder um dem Rettungsdienst beim Tragen von Patienten zu helfen – auch nachts.

Fühlst du dich manchmal allein gelassen und ausgenutzt?
Ohne uns Freiwillige Feuerwehrmänner und -frauen würde es nicht gehen. Mehr Anerkennung von Seiten der Politik und Bevölkerung wäre wünschenswert. Auch wenn wir mit vielen Unzulänglichkeiten kämpfen müssen, für andere da zu sein und helfen zu können, treibt mich an. Ich werde nie vergessen, wie sich einmal nach einem Brandeinsatz ein kleines Mädchen zu uns durchgedrängelt hat, um Gummibärchen zu verteilen. Das war an dem Tag der schönste Dank.

Gibt es etwas, das du am liebsten abschaffen würdest in der Feuerwehr?
Das Sparen. Es muss mehr Geld für die Feuerwehren zur Verfügung gestellt werden. In Deutschland arbeiten nur 10 Prozent der Feuerwehrleute bei einer Berufsfeuerwehr. 90 Prozent machen den Job freiwillig. Auch in den Gerätehäusern muss noch viel getan werden. Die Schwarz-Weiß-Trennung ist oft aus Platzmangel nicht gegeben. Wir versuchen uns so gut es geht zu schützen. Keiner von uns will später mal an Feuerkrebs erkranken.

Woher nimmst du bei all den Unzulänglichkeiten deine Motivation dich freiwillig bei der Feuerwehr zu engagieren?
Ich möchte gern für andere da sein und helfen. Außerdem ist die Feuerwehr eine große Familie, die sich viel gegenseitig hilft. Das durfte ich selbst erleben als ich das Haus umgebaut habe. An einem Samstag im Mai standen um 9 Uhr morgens 15 Kameraden bei mir im Hof. Alle haben mit angepackt und um 14 Uhr war das ganze Dach abgedeckt und mit einer Plane versiegelt. Anschließend gab es für alle etwas zu essen und zu trinken. Wir feiern oft zusammen. Am Männertag bestellen wir ein Spanferkel und treffen uns mit unseren Familien. Das möchte ich nicht mehr missen.

Silvios Feuerwehr ist eine von vielen, die mit Platzmangel kämpfen müssen. Dabei ist die Aufteilung in einen Scharz- und einen Weißbereich unabdingbar, um Kontaminationen zu vermeiden. So kann eine Schwarz-Weiß-Trennung aussehen.


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